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thougts

Geben wir nie auf

Die Tage warten vergeblich auf die erloesende Einsicht, meine Tage zu sein. Auf der Perlenkette namens Zeit eingefàdelt, fristen die meisten ein stiefmütterliches Dasein. Es ist auch erstaunlich, wie wichtig die ersten Sekunden nach dem Aufwachen sind, die erste, noch fast im Land des Traumes verweilende, kann schon die Laufrichtung des heutigen Tages-ab-laufs entscheiden, die Form der Perle bestimmen. Darum ist jeder innere Impuls, der in dieser morgentlichen Drehbewegung Richtung stiftet, weg vom Versinken in unbewusstes Dàmmern, unser Rettungsanker, der umso mehr Zugkraft erhaelt, je früher wir taeglich ihn hochziehen und wie oft.
9.9.16 10:03


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Ekel vor dieser provozierenden "Titel" Zeile

Denn was will ich schon, pahh, schreiben. Das Lama spuckt dich mit Sätzen an und beschimpft dich. Dabei unterhalten wir uns jetzt über was Schönes, und das Lama darf getrost zuhören und wieder speien, wenn es ihm nicht gefällt, aber nicht, gleich so am Anfang, wo noch nicht mal klar ist, welcher Same des Denkens in die weiße Arena der Wortschmiedekunst geworfen wird.
4.9.16 22:43


Gedankenfetzen

Alles, was ist; fest, in seiner Eigentümlichkeit verschlossen, abgeschlossen und unzugänglich: mir nicht fassbar, nicht mit geradem Griff heraushebbar; Stehend, mit flimmernden Augenschlag, haltend: Ein Ding, zwei- eine Gerade ziehen von diesen zum Unbekannten, nicht, nicht, nicht- möglich, keine Gerade.

Eine gebrochene, unterbrochene - Die Brüche - eine Kurve.

Ein produktives Nichts.

Es gibt ein nicht verzehrendes Nichts: es ist das Nichts der Möglichkeit, in welchem die durch die gewendeten Begriffe frei gewordenen Sachen neu erscheinen- befreit von den Invarianten, welche, durch die Produktionsformen bedingt, die Sachen- auch das Neue- an den simplen, unverrückbaren- kreisförmigen Horizont festnageln.
Alles erschiene neu und selbst die Mühe, dass sich historisch niedergeschlagene, verdoppelte zu ändern- würde leicht werden.

Es in der Phantasie zu antizipieren, ist verzehrend.
25.5.09 08:40


Notwendige Voraussetzung

Sich weder blind für noch blind von dem Leiden der- Schwachen, Ausgeschlossenen, auf der Strecke gebliebenen- des Freundes, des eigenen- zu machen; Ist die Bedingung der Möglichkeit einer besseren gesellschaftlichen Praxis.
Wenn die Beschäftigung damit zur Lebensgrundlage wird, hypostasiert man das Leiden- mit welchem guten Willen auch immer- und unterschreibt sein a priori: als Egoismus getarnter Altruismus eines abstrakten Prozesses.
Wer ihn rein auslebt, handelt nicht besser.

"Das Glück des Einzelnen ist das der Menschheit"
4.5.09 09:36


Das Dichten ist manchmal ein Schwieriges, ein Haare Sträubendes zuweilen, welches den, der dieses Handwerk ausführt- mich, den man den Dichter nennt- zum zumindest kurzfristigen Wahnsinn führen kann; Stellt sich beispielsweise im Lauf einer längeren Epoche der Arbeit ein rhythmisches Gefühl zum Schreiben ein- schrieb ich demnach lyrische Prosa, wunderschön möge man meinen, aber anstrengend, weil der Verlauf der Gedanken- des Inhalts- von der Form zum gleichen Teil hervorgebracht wird und dies ein geistiger Kraftakt ist, der dem Stemmen von Gewichten doppelt gleicht: Dem Herausheben empirischer Momente der objektiven Welt durch den „Blick“, die Spekulation über eine sinnvolle Verbindung, die im Geiste ein sich wage abzeichnendes Gebilde bildet, und dann dieses Gebilde gebären, herauspressen durch formbildende Konzentration beim Schreiben- breche ich zu Weilen unter dieser Last zusammen. Die Form, die mir sehr wichtig ist, wird vom alles durchdringenden Versmaß bestimmt, und dieser, in einer Novelle oder dergleichen sich festtretende Versfuß kann nicht einfach, weil der schöpferische Strom versiegt(soll heißen, wenn ich müde bin), abgeschüttelt werden, um sich frei und fröhlich dem Inhalt hinzugeben: die Haare sträuben sich, wie ich am Anfang ja erwähnte, dagegen. Das ist die Tragik des Formgefühls. Sätze wie der über eine objektfixierte Töpferin:
„Nicht das ihre Hände ungeschickt mit dem Werkstoff hantierten, mit der formlosen Masse aus Ton, die, wie der Komponist die Symphonie, sie zur schönsten Gestallt auf der rotierenden Scheibe bringen konnte“ haben etwas befreiendes, sind sie formuliert, brachte man zum Ausdruck, zur „Form“, was eben vage als Möglichkeit in einem lag, und sind gleich dem auch eine Verpflichtung, man steht in einer Schuld des formulierten Gedankens, und diese muss man abtragen, muss bis zum Schlusspunkt die Konzentration halten. Unschwer nachzuvollziehen, dass diese Mühe verzweifelt machen kann, reicht die Kraft an einem Tag nicht aus, das Werk- dass begonnen geworden, um zum Ende gebracht zu werden, hinaus in die Welt geworfen um dort lebendig zu werden- fortzuführen. Ich entscheide mich in solchen Fällen für eine Zwischenlösung, den geistigen Konflikt auszuhalten: Sie heißt Koffer. Ich besitze einen alten, an einigen Stellen beschädigten, rostenden Handkoffer, braun, aus Leder, alt, sagte ich schon- ich denke sehr alt, weil an der besagten Ortsstelle(gesagt in seinem Innenleben als kleines Ettikett mit Name und Adresse) das Haus dieser Firma nicht mehr aufzufinden war. Meine nicht fortgeführten Werke sind also der Zwischenlösung ähnlich, ihre Adresse stimmt nicht mehr, sind Überbleibsel abgebrochener Arbeitsprozesse und werden irgendwann vielleicht von Hobbyphilologen ihrem möglichen Sinn lauschend nachkonstruiert: Was hätte der Autor hier wohl meinen können. Sie landen also im Koffer, den ich eines Morgens, und hier möchte ich bekennen, dass dies wieder eine meiner scheinbar nie enden wollenden Einleitungen war, in meiner rechten Hand trug, um in solcher Verwandlung in die Welt zu treten, auf der Suche nach meinen verlorenen Stoffen und der Heimat des Koffers.
1.3.09 13:12


III.

"...wäre der Versuch, alle Dinge so zu betrachten, wie sie vom Standpunkt der Erlösung aus sich darstellten."

Der Konjunktiv, Darstellung einer Möglichkeit, markiert den Begriff Versuch, "wäre der" als Möglichkeit, die Dinge zu betrachten, wie sie vom Standpunkt der Erlösung aus sich darstellten.
Möglich wäre es, und das Abtasten dieser Möglichkeit, das ist mein Gehversuch über das starre Eis- ich schwanke noch und bin im Begriff "Jeder Zeit abzurutschen", wenn es mir misslingt-misslänge.
11.1.09 23:29


II.

"Zum Ende" ist der Name; Vorbei?
Nicht, denn steht am Anfang:
"Die abschließenden Aphorismen jeden Teils führen auch thematisch auf die Philosophie, ohne je als abgeschlossen und definitiv sich zu behaupten: alle wollen Einsatzstellen markieren oder Modelle abgeben für kommende Anstrengung des Begriffs."

Definierte er doch Negative Dialektik als:
"Das Modell trifft das Spezifische und mehr als das Spezifische, ohne es in seinen allgemeineren Oberbegriff zu verflüchtigen. Philosophisch Denken ist soviel wie in Modellen denken; Negative Dialektik ein Ensemble von Modellanalysen."(Negative Dialketik, Adorno; S.39/Suhrkamp)

Die kommende Anstrengung des Begriffs, von der die Rede
sein wird; Ein zitternder Versuch, über unsicherer Eisschollen zu laufen. Meine Gehversuche: Über die EinSatzstellen zum Ufer. Einsatzstelle:
"Philosophie, wie sie im Angesicht der Verzweiflung einzig noch zu verantworten ist, wäre der Versuch, alle Dinge so zu betrachten, wie sie vom Standpunkt der Erlösung aus sich darstellten."
11.1.09 23:12


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