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Gedichte

Zwei Gedichte

Die Laute flogen, verfolgten
einander sich auf vertonten,
luftigen Bahnen.

Die Ohren boten, sicher zu
landen, den fliegenden Noten
hörenden Ha-fen.


Eine Minute

Stunden, Stunden-
lebt ihr alle euch schon
ab. Habt be-
gonnen, ist
zeronnen, was ihr in der
Zeit gemacht:

Steht-
und geht ihr von mir ab.
Steht und flieht, hab
keine Macht;

Keine Macht, euch zu er-
ringen. Stunde, gib mir, was du
hast- und schon ziehet auf die
Nacht.

In der letzten
Kraftverzehrung springet, was ich
nicht gedacht: aus den Stunden, ewig
wartend, eine kleine, kurze, gute-
eine wahre Glücksminute in mein
wallendes Gemüt.
11.5.09 19:45


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Die Laterne

In der Kammer stand eine Laterne,
auf staubigen Boden, in trockener Ecke.
Sie hatte ihr Licht verloren, man
hatte sie abgestellt, auf die Zeit hin,
wenn wieder einer Lust nach ihr
verspüre:
Man warf sie nicht weg-
sie war nicht zerstörbar.

Die Laterne hatte ihr Licht verloren-
es brannte nicht oft, und wenn
überhaupt, dann sanft nur, und matt
war der Schein, den sie manchmal
gesendet.
Die Wände der Kammer trugen dann
gelbe Gewänder, und selten passiert`s,
dass ein Strahl durch das Schlüsselloch fiel:
Von Draußen, jenseits der Kammer, tönte dann
leis ein Geräusch:

Verlasse die Kammer.

Wie lang ist es her, dass man das hat gehört?
Doch nun ist es dunkel, und keiner findet die Türe,
denn ohne Laterne
weiß niemand,
dass er der
Schlüssel
ist.
12.10.07 20:17


Ein Knospensprung, platzt
auf die frühe Blüte, zeigt
von ihrem spät`ren Kleide einen
Streifen: auf dem Baume, Morgen-
frische tropft im Morgentau vom
Aste, nebst der Knospe, die am
Frühtag Frühjahr kündet, hängt
am and`ren Aste, einsam, letztes
Mal der alten Zeit, mit ge-
zacktem Rande- Blatt, ein
Blatt vom vor`gen Herbste
übrig blieb;

Längst gefallen sind, im
Winter, seine einst`gen
Kameraden.

Zweite Fassung

Ein Knospensprung, platzt
auf die frühe Blüte, zeigt
von ihrem spät`ren Kleide einen
Streifen: an dem Baume hängt
am and`ren Aste, einsam, letztes
Mal der alten Zeit, mit ge-
zacktem Rand, ein
Blatt vom vor`gen Herbste,
übrig.

Längst gefallen sind, im
Winter, seine einst`gen
Kameraden.
14.3.09 23:35


Das geheime Pärchen

In dämmerndem Licht, auf der Straße
zerbricht sich der träumende Knabe den Kopf- in Gedanken.
Ein Pärchen, dass vorüber schritt, im Schritt auch
seine Blicke schnitt, verriet, obgleich
wohl unbewusst, dass zwischen
beide einst der Knabe
sein Begehren
schob;Weil
im Geheimnis
raten ungeübt, der Knabe
sich zu ihr verhielt, als sei sie auf
der Welt allein. Von ihrem Nein gezogen aus der
Zweisamkeit, sah er am Ende schließlich ein, dass manches
in Gedanken schöner klingt, als´s ist.
14.3.09 23:25


Der Lächelnde

Am Morgen, stundenlang, vorm
Spiegel: ein Gesicht, morgentliches Menschenantlitz
spiegelt sich; Seiten vertauschen sich, Pony verb-reitet sich
von links nach rechts- von rechts nach links kämmt
der Kamm, streicht das Haar glatt und fein, streifet
das Äugelein, linkes, das rechts: sich aus dem Spiegel
reckt; Wimpernspagat. Morgens halb Acht
lächelt der Lächelnde lächelnd sich an.
1.3.09 16:20


Neckisches Abendrot; Fliehender Tag
bleib doch da, geh nicht fort
in das innernde Reich. Lass mich sein
noch für einige Stunden dein Kind
in der leuchtenden Pracht
deines `währenden Scheins:
Lass mich sein.
29.9.08 16:52


Gedankenpresse

Gedichte sind Gedankenpressen-
was rauskommt ist
Gedankenform-
und in Gedankenform
ist Sprache der Gedankenhälter,
und Worte dessen Flüssigkeit;
Doch was den Fluss am Ende treibt,
ist nicht mit Worten zu erschöpfen-
dies macht der helle Geist, der
starres Eis der sprachgepressten Form
mit seinem Feuer flüssig macht und
eintaucht in den Strom.
2.3.08 10:29


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