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Erlebnisse

Hey Charlie! Hey Arne
Ich bin gut Zuhause angekommen, es war so 10 Uhr heute Morgen, nachdem Arne und ich eine verrückte Nacht am Hauptbahnhof erlebt haben. Wir haben eine feiernde Gruppe Touristen aus Frankreich, Polen und Italien auf einer Wiese in der Nähe getroffen und uns dazugesellt. Nachdem der Whiskey den Arne ausgeknockt hatte und er eingeschlafen war ging die Feierei noch etwa bis Ein Uhr. Er wollte dann aber nicht aufstehen, auch nicht als die Rasensprenger angingen. Ich hatte mein letztes Geld für Cheeseburger und nen Kaffee ausgegeben, als Arne um halb drei oder so wieder erwachte... kurz bevor ich ihn mit einem Becher Wasser (für sein Gesicht ;-)) wecken konnte (Arne du Glückspilz). Dann haben wir uns aber doch entschieden, die Nacht auf dem Rasen zu verbringen. Das war ganz nett und dort aufzuwachen hat mich zum Lachen gebracht. Habe ein paar Bilder geschossen, glaubt uns doch sonst keiner ;-).
Arne, du kannst gern deine Version erzählen *g*...oder ergänzen.
Liebe Grüße,
Sascha

Liebe Charly, lieber Sascha


Da Sascha ohne Absprache vor einer Woche seine Version der Geschichte einfach losgeschickt hat, mich die Faulheit im Nacken, Rücken (meine Gesangslehrerin würde jetzt sagen, auch in den A- backen)gepackt hat - die böse, jugendgefährdende Raubkatze -- ich meine Version der geschichte zur rechtfertigung abzuschicken, versäumte - nachträglich, hier: Widerspruch, ich wurde weder vom Whisky ausgenockt, da ich ja, mein Ernst, noch unten, unterm Haupte des Hauptbahnhofes, behauptete, überhaupt nicht betrunken von einer dreiviertel Flasche zu sein! Noch auch hätte ich, komatös, den Schlaf gesucht, um den sascha wieder mal den letzten Nerv, der noch übrig blieb, zu rauben: ganz einfach, wenn eine Französin dem Sascha schöne Augen macht, wie ich meinte, und mein Gelalle(absichtlicher Kontrast, Sascha, absichtlichter Kontrast)diese erst recht, zur gegenseitigen Versicherung, siehe, dort: mein betrunkener alberner Freund- zur Geltung bringt: mein "Camille, camille" war doch nur "nicht ich, dort, der sascha" der Grund meines -- behavior; das, als ich den strategischen Schlaf antrat, dein schlechtes Gewissen mir gegenüber dir diese Möglichkeit verwehrte, ist nicht meine Schuld: wiewohl auch nicht deine, stellte sich doch heraus, als ich die liebe Camile bei Facebook addete, das sie ist "proud to be lesbian" womit sich alles geklärt hat und meine Version der Geschichte beendet ist.
24.8.10 00:59


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Schema 39

Ein Erstes, dass mir auffiel, hatte wenig zu tun mit: dem Sport, seiner Betrachtung für die Faulen, die im Bequemen aus der Distanz dem Treiben auf dem Bolzplatz zu schauten. Nein.

Weder das reichliche Festmahl fiel mir auf, als ich gegen 14:00 ankam, noch die Musik, die Sitzenden, die Spielenden, die Redenden- die Essenden.

Ich beobachtete etwa 10 Minuten einen Stapel verschieden zurecht gestutzter Ziegelsteine, einige gänzlich, wie Jengasteine aufeinander, andere abgeschlagen in Form etwa einer Schräge, und auch halbierte- Hä? fragte ich mich, was hat auf dem Rasen einer öffentlichen Grünanlage dieses Baumaterial zu suchen? Niemand klärte mich auf.

Baut bald jemand eine Mauer? ging es mir noch kurz durch den Kopf; Ich stand aber auf, nachdem ich etliche Zeit unter einem Baum derart sinnierte und fabulierte, bis mir dieser Satz kam und ich mir dachte: mit diesem soeben gedachten Satz hast du dich ganzschön ins Abseits dieser Veranstaltung geschossen, nicht? Du hast eine Mauer um dich gebaut, um dich deinen Menschen abgewandten Phantastereien und Denkereien hinzugeben. Wollte ich mir also eine Mauer bauen? Genug! Wende deine Aufmerksamkeit anderem zu; ich beobachtete nun: die Essenden, die Redenden, die Spielenden, die Sitzenden, die Musik hörenden, die Lachenden, die Rauchenden, die Trinkenden, die Jubelnden, die Ruhenden, die liebäugelnden Menschen; einen Ball, der ins Tor flog, woraufhin Wort Nummer 9 in dieser Aufzählung den Vorrang bekam. Die Jubelnden. Das wiederholte sich und wieder, und ist wohl das Hauptschema, Schema 39: Spielende, die plötzlich jubeln. Da dachte ich mir: auch ich möchte heute mal Schema 39 machen und trug mich als Fußball-Laie (ehemals gar strikter Feind, aber ich bin gnädig diesem Männersport par exellence gegenüber geworden) in die Liste einer Mannschaft ein. Wir gewannen zwar zwei Spiele- doch nicht durch mich, sicher nicht, nein, unmöglich. Ich kann gar nicht Fußball spielen.

Aber ich habe Schema 39 erlebt, und das war es wert.

---Kurzer Bericht, wie ich Schema 39 erlebt und! überlebt habe---
Ich trat auf den Platz- als letzter, "sind wir schon dran?"
"Komm jetzt, ja" und ein unter der Sonne stehender, grinsender~ Schiedsrichter, die Pfeife pfeifend, gab das Signal, während ich im letzten Moment unsere Mannschaft vollständig werden ließ- Schuss.
Die Spielenden
stoben auseinander und sprengten die sichere Form, an der ich mich orientieren wollte und verkeilten sich bald- bald flog der Ball über den Platz, wechselte die Seiten, mal in der Sonne rollend, glänzend, allein- irgendjemand ohne Treffvermögen ließ wieder die Eigentumsverhältnisse des Balles unklar werden; "Mensch, du solltest zu einem von uns schießen" Ich lächelte verlegen-
und alle rannten auf den Ball zu.Ich hielt mich derweil im Schatten auf und dann und wann- ein weißer Ball befand sich plötzlich neben mir. Außer mir niemand in Reichweite, und das war, ich weiß nicht: mein Pech, doch das Glück meiner Mannschaft- alles stürmte auf mich zu; "Holt euch den Ball von ihm!!!", ich werde gleich überrollt, ich werde sterben, lasst mich in Ruhe-
ich schloss die Augen, Moment - und schoss.
Der Ball flog.
Einer von uns. Der hat den Ball, der- oh- und?

Tor.

Die Jubelnden.
Ich habe gerade Schema 39 erlebt und überlebt- jetzt kann ich ja vom Platz gehen. "Ey, das Spiel geht noch weiter, bleib hier" Das hieß: weiter zittern um mein Leben. Einer schoss einen Ball knapp an meinem Ohr vorbei. Dann: fast in die Leistengegend. und wieder, und Schema 39 wiederholte sich zum dritten Mal(zwei zu eins) und der grinsende Schiedsrichter begann während des Spiels grundlos zu pfeifen: und er pfiff. und alle ignorierten ihn und spielten weiter, und die Pfeife pfeifend stand er grinsend da und hatte keine Funktion mehr- er lachte nur noch. Ich lachte mit, und drei zu eins beendeten dann andere das Spiel. Ich lebe. Kann sein, dass ich leicht übertrieben habe, aber ein Bericht ist ja erstmal eine subjektive Angelegenheit. Was dann? Ich sagte dreimal an diesem Nachmittag: "Nietzsche" Ich aß eine Wurst. Ich trank ein Bier. Schielte. sagte einmal:

"du hast sie ja wohl nicht mehr alle"
im Stillen
zu mir
selbst.

Am Rande der Veranstaltung baute dann übrigens noch jemand eine Mauer.
5.9.09 21:44


Eine Nacht in Krakau

Ich erwachte in dieser Nacht vom Fieber, dass mich am Abend niedergestreckt, zu oft und in meinen Augen spiegelte sich die Tortur wieder und wieder ein jedes Mal, als ich erneut vor dem kleinen, goldumrahmten Spiegel stand, der über dem Waschbecken hing: immer tiefer grub sich die Müdigkeit in mein Gesicht, und im schwachen Lichtschein, der von der Straßenlaterne kam, fand ich mich ausgesprochen hässlich.
„Schau nur, wie hässlich du bist“ flüsterte ich beim dritten Mal und schämte mich meiner- in der imaginierten Gegenwart anderer. Die einzige Person in dem kleinen, karg eingerichteten Zimmer einer Jugendherberge im polnischen Krakau, ein vielleicht Siebzehn jähriges „nicht mehr“ Mädchen und noch nicht Frau Wesen und doch beides in ausgesprochen unharmonischer Weise zugleich- schlief und konnte mit ihren verdeckten Augen mein von ausklingender Akne durchfurchtes Antlitz, in dem ein ordnungsloser Urwald Bart wucherte, nicht kritischen Blickes mustern.
Ihre Kritik, so bildete ich mir ein, hätte mich zerbrochen und mein gebrochenes Antlitz, wie die Scherben meines Spiegelbildes, hätte sich nicht mehr zusammengefunden.
Genug, dachte ich mir und wandte mich ab von der Erscheinung einer Erscheinung, zog den Vorhang zur Straße zu, um das Licht zu dimmen (und die Hässlichkeit mit dem Licht aus dem Raum zu verbannen), und setzte mich auf das Bett, ein zögernder Moment der letzten, hoffentlich letzten Reflexion, nach der ich dann doch noch von der Müdigkeit zu Bette gerungen werden würde.
Ich irrte mich gründlich, denn hatte alles genau , wie ich doch noch zur Ruhe finden würde, war der Grund zu sehr außer mir: Ich bedachte nicht, dass die Person neben mir -eine geborene Erzieherin- den Rahmen meiner inneren Ruhe während der Woche dieser Reise bilden sollte:
„Ruhe“ schrie sie und ein Paukenschlag donnerte durch den Raum, der kaum verklungen, das Vorspiel für die Triller, für ihr absatzloses Schreien und Schimpfen einer Trillerpfeife gab, wobei mein Gehör erst wieder einsetzte, als sie mit den Worten „will schlafen“ so unvermittelt ins Bett plumpste, wie sie, noch nachhallend durch meine ganzen Körperfieber, plötzlich aus dem schlafenden Nichts aufgetaucht war; Ich starrte an die Wand. Der Spiegel war zerbrochen, meinte ich, ganz Krakau müsste aufgewacht sein, alle Scheiben zersprungen.
Alles war noch ganz; Dann war nur mein mühsam hergestellter Seelenfrieden für eine Nacht zersprungen, mein Selbstbewusstsein, mein Gewissen: ein Scherbenhaufen.
Ich brauchte eine Stunde, um mich davon zu überzeugen, dass das Verbrechen, welches ich ihr zufügte- Ruhestörung- eine solche Strafe nicht rechtfertigte.
Nach einer Stunde schlief ich ein; Nach einer Stunde wachte ich auf. Es war gegen Acht, und das erste, was ich im erneuerten Sonnenlicht sah, war ein ins Formlose verschwimmende Gesichtsoval, eine spitze, kleine Nase, eine Brille, durch die langsam zwei blaue Augen mich fixierten, ein leicht verzerrter Mund: „aufwachen“ tönte es heraus.
„Aufwachen!“ und sie schüttelte mich sanft, unsanft, sie zog mir Decke vom Körper, dass ich schutzlos ihren Blicken und ihrem selbstgewissen Urteil ausgeliefert war.
„Ich wollte dir nur mal zeigen, wie das ist, was du heute Nacht gemacht hast“ sagte sie, setzte sich auf ihre Doppelbettseite und legte sich wieder nieder, den Kopf auf ihr „Hab dir ganz doll lieb“ Kissen gedrückt.
Ich starrte an die Zimmerdecke. Da lag sie nun wieder: ihre Gesichtszüge hatten immer etwas bizarres an sich, als hätte sie den Zwang, den sie auf mich ausübte, vorher an sich ausgeführt, um ihrer Mutter, von der sie unablässig sprach, während sie mich zur Ordnung mahnte- was allerdings das genaue Gegenteil bewirkte- nachzueifern, zu übertrumpfen, wenn es darum ging, ihr persönliches Recht, das Vorrecht auf richtiges Benehmen durchzusetzen. Lächelte sie, dann fehlte ihr die kleine Portion mimische Freiheit, die jedes Lächeln einmalig machte- bei ihr war es ein immergleiches Grinsen, in dem sich eine zum Selbstzweck erstarrte Ordnung ausdrückte; Im Gegensatz verwahrloste ich. Der Inhalt meiner Reisetasche wurde selbstständig und siedelte zwischen Bett und Wand, Tisch und Schrank, bis an die Grenze des Nachbarlandes, die etwa in der Mitte des Doppelbettes lag- so teilte sich der Raum unserer beider Welt in zwei Hemisphären, in denen zwei unterschiedliche Prinzipien vorherrschten: Ordnung und Sauberkeit, penibel zusammengelegte Wäsche und exakt auf eine Linie ausgerichtete Gebrauchsgegenstände; und das Chaos, in dem jedes Ding beziehungslos herum lag, wie ich selbst, und über beide Hälften spannte sich der selbe Himmel, die selbe Decke, war die gleiche Luft einer muffigen Jugendherberge.
8.3.09 22:17


Bitte denken sie jetzt! an eine unangenehme Situation

Ich stellte mir vor, wie ich drei Dinge tun würde, täteretäte, die in die Kategorie: infantiler Humor fallen. Drei Dinge, die ich in diesem Modus befindlich ausführen wollte, drei mal nicht einen Gegenstand etwa ironisch zu umschleichen, ihn am empfindlichsten Punkt nicht(nicht!) zu verletzen, sondern diesen sanft herausheben, um ihn, versöhnlich lachend, aufzuheben mit einer Geste, die das Allzumenschliche aller Handlungen, die Fehlerhaftigkeit aller Produkte, die Karikatur, die jedes Menschenantlitz auch ist, und sei es noch so bedacht in seiner Sprache und Ausdruck, aufzuzeigt; infantil ist das nicht, nicht kindisch, kindlich vielleicht, ein Humor, der durch die Verhärtung der ernsten Welt das Versöhnliche sucht. Infantil meint Provokation- nicht etwa Provokation im Sinne des Vorherigen, die den Menschen Spiegel heißt. Provokation um der Provokation entspringt ausschließlich einem egoistischen Eigensinn, der sich, das Mindeste, wobei ich es auch belassen wollte, an den verdutzen Gesichtern der Provozierten ergötzt. Ich verweile nicht sehr gerne im ideellen Sektor, ich möchte, einmal das Mögliche im Geist erblickt, zur dreisten Tat schreiten: ich dreister Mensch verband also auf einem öffetlichen Platz drei Handlungen mit einem Faden, der nicht anders als Zeit genannt wird; Hintereinander fanden die drei Dinge statt. Die Provozierten in diesem Dreiakter waren Funktionsträger von gut zu funktioneren zu habenden Funktionärsbildungsverbänden.
Das erste Ding, in Beziehungsweise ausgedrückt, der erste Mensch, der, sich zum Funktionsträger machend, in meinem Weg stand, war ein grüner, vom aussterben bedrohte Tiere und Bäume rettender Herr: vom B U N D(für Umwelt und Naturschutz Deutschland).
B U N D hat Gleichklang mit Bund. "Haben sie kurz Zeit?" fragte er mich. Ich antwortete: "Nein, mich kriegt ihr nicht. Ich wurde ausgemustert, ich habe nämlich eine Atemschwäche"
Nun musterte er mich; Ich setzte noch einen drauf, denn wenn schon kindisch, so doch doppelt- hatte er den kindischen Witz sofort durchschaut, drehte ich die Sache wieder herum und posaunte mit meinem Sprechhorn: "Denn wer ein Asthmatiker ist, der atmet nicht leicht; und wer ist daran schuld?" fragte ich? sicher, jetzt hatte ich ihn, denn er verstand nicht. "Schuld an meinem Elend, dass sage ich ihnen, hat die Natur. Die Natur ist schuld, dass ich, wenn im Mai die Bäume blühen, keinen Odem in meine verzweigten bronchialen Gänge bekomme"
Er sagte nichts; "Ich hasse die Natur" und ich ging.

Ich liebe die Natur, ich liebe auch Tiere, die Blumen, ich mag, wenn warmer Sommerregen über meine Haut fließt, während ich einer geliebten Person vom Regen befeuchtete Küsse auf den Nacken, auf den Bauch und nicht zuletzt auf den Mund gebe, um gleiche Wolllust anschließend in stärker werdenden Regen zurück zu erhalten, um dann, ich wiederum, und andersherum und drum herum, rums die bum, dumm ti dumm, la la la. I like it. Aber, ich nannte schon Ton angebende Kategorie: infantiler Humor.
Folgendes war kindisch, denn- ich liebe die Natur, und trotzdem sagte ich: "Ich hasse die Natur", um einen von Berufswegen auserkorenen Naturschützer zu- veräppeln.
Ich folgte weiter meiner mir selbst vorgegebenen Spur, spürte auf, was ich weiterhin- immer unter der mehrfach genannten Bedingung- mit meinem Zeitfaden, den ich hinter mir herzog, verbinden werde: Ich sichtete der Trias zweiten Teil, einen, der auszog, der Menschheit die wahre Scheußlichkeit näher zu bringen, einer, der, im Besitz dieser negativen, absoluten negativen Wahrheit, befindlich, selbige nicht länger dieser vorenthalten konnte, sondern, selbiger selbige näher bringen musste: er gab, souverän die Hand vorschnellen lassend, einem jeden, der von der Gestallt, dem Blick und dem selbstbewussten Handeln jener Person X überrsacht war, einen "Informationszettel", der, so mir, einen darauf aufmerksam machte, wer die größten Verbrecher der Menschheit sind:
"Fleischfresser sind Mörder".
Ich bin also ein Mörder, dachte ich in einem träge dahin fließenden Bewusstseinsstrom, während ich, meinem Hungergefühl nachgebend, eine Bratwurst...ich........könnte......mir......doch..........kaufen..............Mörder.....du.....
Mörder......eine.......infantile Bratwurst....kaufen.
Ich kaufte mir eine Bratwurst, eine infantile Bratwurst, um ehrlich zu sein, eine, die ich in Ketchup und Senf ertränkte.
Mit dieser Bratwurst lief ich, den Zettel, auf denen traurig drein blickende Tiere sich durch eine markante Blutspur in friedlich("mörderisch") hängende Lammkeulen, Schinken und Grillschweine verwandelten, an dem eifrigen Tierschützer vorbei, seine Informationen mit einem seinen Blick gleichen Blick der Ernsthaftigkeit lesend, um gleichzeitig eine leckere, auf Tierbasis produzierte, infantile Wurst zu verspeisen.
Auch hier: ich mag Tiere. Wenn die Vögel pfeifen, eine Taube, weiß vielleicht, zum Himmel steigt und dort einer anderen Taube begegnet, um mit dieser geschwind ein Dach zu finden, auf welchem sie sich gegenseitig ihre Taubenerlebnisse erzählen, dann denke ich immer "Ach Tiere. Sie leben vor sich hin, bereiten denen Glück, die sie mit einem für Schönheit der Farben und Formen empfänglichen Blick betrachten: uns Menschen, mir. Sie werden symbolisch, und wissen nicht einmal davon. Du, Taube, erzähle mir, wenn du könntest, wie du den Frieden, die Heiterkeit und die Schönheit über das weite Land trägst. Ich liebe Tiere, aber aus einer in meiner Sozialisation begründeten Sünde esse ich manchmal auch ganz gerne- Tiere.
Die Wurst war nach einigen Minuten an ihren beiden Enden zum Ende gekommen(infantiler noch ausgedrückt: die Wurst war, und die Wurst wurde) und ich war frei,- ein Drittes der Sphäre der Möglichkeiten zu entreißen;- Einen "kostenlosen Stresstest" zu machen, um meinen reaktiven Verstand wieder zu entdecken. "Haben sie Lust, einen kostenlosen Stresstest zu machen?" fragte mich eine junge Frau mit einer roten Jacke, die an einem Büchertisch stand, mit Büchern, die den mystischen Namen trugen: Dianetik.
Ich war, wie meine neugierige Art es veranlasste, gerne bereit, meine unbewussten Sressrückstände mit einem vertrauenserweckenden Stresspartner zu entdecken; Gar dachte ich, die nette Frau anschließend zu einem Kaffee einzuladen, dass auch sie mir ihre geheimsten Stresserlebnisse mitteilen könne; Hübsch war sie auch, aber bald musste ich feststellen, dass Stress eine Sache ist, die sie längst überwunden hatte, da sie dieses Buch gelesen hat, welches ich schon mit dem Namen Dianetik vorstellte. Sie gab mir zwei Eisenzylinder in die Hand, welche an ein elektrisches Gerät angeschlossen waren: auf diesem war eine Anzeige mit einem Anzeiger, der, wie bei einer Geschwindigkeitsanzeige, anzeigte, wie hoch das jeweilige Stresslevel sei. Sie sagte mir anschließend, ich solle an eine unangenehme Situation denken.
"Bitte denken sie jetzt! an eine unangenehme Situation."
Folgendes, dachte ich mir, war eine unangenehme Situation:

Ich saß, es war spät, es war Winter, es war draußen schon dunkel, in der U-Bahn, was bei einer U-Bahn keinen Unterschied macht, da es im inneren einer U-Bahn in der Regel dunkel ist. Draußen hätte also die Sonne scheinen können und die Vögel zwitschern können und der Mond sowohl wie die Sonne zu sehen sein: es war dunkel, dunkel, in einer U-Bahn ist es dunkel, erleuchtet nur schwach durch gelbes Licht.

... Fortsetzung folgt ...
24.2.09 21:23


Eine kurze Humoreske über das Siezen und Duzen, über eine flotte Biene und die reziproken Relation i

Eine Humoreske über eine flotte Biene, die zu duzen oder zu siezen(unter uns sogar zu diezen) Schwierigkeiten betreff der Form zwischenmenschlicher Kommunikation ergab: Ich sah die Biene, wie sie, sich an unseren Tisch setzend, dem allgemeinen Abendmahl sich hingab, und auf die Begrüßung wenig wert legte, noch weniger darauf, unsere, besser meine Frage, ob ich "du" sagen darf, ernst zu nehmen; Ein Problem für mich, der Codex, eine fremde, besonders ältere Person mit Sie anzusprechen, oder, diesen Codex unbewusst befolgend, eine jüngere Person, die älter als ich ist, mit Sie anzusprechen, wobei diese Person leich irritiert das du einfordert, dass ich dann mit dem Sie spontan vermenge und zuweilen Sätze sage, in denen ich "Sie fragen möchte, ob ich, natürlich nur, wenn du es willst, mit ihnen heute Abend ein Gespräch über die Kompliziertheit der Frage, ob ich Sie oder du sagen soll, führen darf". Konsequent in dieser Weise Rechenschaft ablegend, nachdem sie, Sabiene, meine Frage, ob ich du sagen darf oder soll, mit der Antwort "was solln die Frage" beantwortete, schweifte ich, ihre schmatzenden Kieferbewegungen, ihren dumpfen, gelangweilten Blick ignorierend, wild philosophierend von diesem Gedanken ab und ließ meine Gedankenpflanzen manch neue, ungewohnte Triebe wachsen lassen: Über die sogenannte Bauernfrage kam ich zu einem Sprüchlein, welches, während ich es rezitierte, bei unserer lieben, unser angebotenes Du unhöflich abgelehnten, Siebiene ungewohnte Aufmerksamkeit erregte... .
17.2.09 20:16


Wieder einmal ein Bahnhof

Wer einmal schmale Tasche hatte und obendrein noch Zeitnot, inklusive der Notwendigkeit, von a nach b zu kommen, kennt das Gefühl oder eher den Antrieb, noch in letzter Minute sich in eine Vierergruppe einzufragen, um als fünftes Rad am- im Wagen(der deutschen Bahn) mitzufahren. Das schöne Wochenendticket. Der Preis, den man ansonsten zu bezahlen hat, ist mehr als man berappen kann und meist ist die Mitfahrgelegenheit sowieso spendabel, da sie fest for vier eingeplant war- dieses Glück aber verließ mich an jenem Tage(von dem ich gerade berichte), als mich eben jener Antrieb packte auf dem Bahnsteig eines nordeutschen Bahnhofs. Mehrmals wurde ich abgewisen, zurückgewiesen, abgelehnt, war gegenüber einem anderen im Nachteil, hatte Pech, zog den kürzeren oder den Teureren, fand niemanden, der mich aufnehmen wollte und blieb ganz allein, ohne dass noch jemand mir die Ehre erwies, mich zu fragen, ob ich denn auf seinem Ticket mitfahren wollte, da er noch einen Platz frei hatte. Sie da, sie musste in die ganz andere Richtung und ging schon weiter, mit einem Kaffe to go in der Hand und ein Buch von Georg heym in der anderen. Wer nur ein wenig bibliophil ist, etwas von einer Leseratte hat oder aber der Erscheinung einer intelligent wirkenden angetan ist, weiß, wie die Frage unter den Lippen brennt, um welche Lektüre es sich denn handle(obwohl man schon längst den Titel erspäht und die facts and more in seinem neuralen Speicher reaktiviert hat).
"Oh, Georg Heym, von dem habe ich auch schon mal etwas gelesen" Es entstand also zwischen uns ein Gespräch über den Dichter, dass bals zu anderen Themen überging. Wir saßen an der Glaswand zur Fahrkartenverkaufsstelle(DB-Service), und bald erzählte ich ihr von meinen Erlebnissen auf einem Camp am Meer, auf welchem ich zuvor gewesen war.
"Genau, kalt ist das Meer - ich träume davon sehr oft, aber ist man erstmal darin, dann brrrrrrrr"
Nun öffnen sich bei in spiralform verlaufenden Reden selbst Fenster, die als Mehr aufstehen, ohne dass man alle in Satzkonstruktionen ad-hoc gepresst kriegt.
Die Erinnerung betraf auch einen Menschen, der auf dem Camp, wie man so schön sagt- eben, er blieb mir in Erinnerung, stach heraus und hatte mit unserem Gespräch rein gar nichts zu tun. Oh was? Das kenn ich(das deja vue, dass alle verbindet, ein wir stiftet, ohne dass man bedenkt, dass die dejas, schon einmal und immer wieder, es deshalb sind, weil sie gewöhnlich zum Alltag gehören, der selber so universal geworden scheint wie "mir ist langweilig").
Nicht? Na und ob, wo wir gerade dabei sind" ging die automatische Schiebetüre der Bahnhofhalle auf und herein kam...er. Er war auf einmal vor uns, lächelte mich nett an,"na du, schön dich zu sehen" "ja auch" und war einigermaßen überrascht, ihn hier anzutreffen- als dann aber plötzlich meine Gesprächspartnerin sich erhob, ihn an die Hand fasste, und er mir "na, also bis dann, gute Heimfahrt" wünschte, sie küsste, und sie ihn, und sie davon gingen, mich allein an der Glaswand sitzen ließen, war ich...erstaunt. Verdutzt saß ich noch, mit dem Kaffe in der Hand, unbestimmte Gedanken standen entgegen jenen, mit denen ich in unserem Gespräch gerade ansetzen wollte, und aus einem Nebengeschäft kam ein kleines Mädchen, dass eine "Ditsch"(fast food pizza an bahnhöfen) Mütze auf hatte und eine Fahne mit gleichem Firmenlogo- es starrte, gar nicht der lockere Blick eines fröhlichen Kindes, sondern... verrückt, ja, und schwenkte die Fahne, lachte, so wie ich mir die Hexen auf dem Sabat vorstelle, kam auf mich zu, dass ich vor Panik aufstand und beschloss, statt mich noch weiter in diesem Bahnhof aufzuhalten, lieber das fehlende Geld für eine Einzelkarte vom Konto abzuheben und das Weite zu suchen.



Ich kam mir vor, wie bei versteckter Kamera für einen neuen Werbespott- scared chicken.
10.1.08 21:23


Einen Bärenhunger haben

Die Winterzeit hat es so an sich, die überladenen Sommererlebnisse verblassen zu lassen- so versinkt auch eine Anekdote bald in Vergessenheit, welche, oft erzählt, zu den Meilensteinen satirischer Vermischung eigener Realität und schnöden Alltagsgeschehen im deutsch-demograusamen Fernsehprogramm gehört.
Die Geschichte vom Doppelmord an Bruno, dem dicken, Schäferstündchen haltenden Braunbären, dem Ersten seit 170 Jahren, der das Land der Eichen und Denker besuchte.
Beide Morde lösten eine Welle der Entrüstung aus- der noch nicht an Informationsüberflutung bedingter Amnesie leidende Leser möge sich noch erinnern- dem einen Mord in einem beschaulichen bayrischen Wald antwortete ein rasender Mob stadthafter Naturfreunde. Die Jäger, die dem kleinen süßen mordlüsternen Bären eine Kugel schenkten, standen am öffentlichen Pranger und waren die Zielscheibe wüster Todesdrohungen.
Ganz Deutschland schien über den österreichischen Braunen zu trauern, und doch, trotz Hinweise, man möge doch die Fahnen in Bayern wie in der Back To Nature Republik Germany auf Halbmast setzen, wehten im Rausche der Fußballweltmeisterschaft unzählbare schwarz-rot-goldene Lappen. Die braune BarBärei, der massenhaft unschuldige Bauernhoftiere zum Opfer fielen, wurde in Deutschland wie immer lautstark bejubelt.
Was viele nicht wissen, dass der Mord an Bruno dem Bären nur vorgetäuscht war, und dem ersten, gestellten Mord ein zweiter folgte- nun, die Rolle der Wilderer im Namen der Zivilisation fiel letztendlich uns zu.

Es war diesem herrlichen Sommer eigen, die Antriebskraft der Reiselust in Gang zu setzen. Das Campen war auch schon von jeher die einfachste Möglichkeit, diesen unbegründbaren Trieb zu befriedigen, und im Schatten brandenburgischer Kiefern schlugen wir unsere Zelte auf. Da war sie, der Traum einer unberührten ostdeutschen Idylle- der FKK Bereich war noch intakt, bierbäuchige Dauercamper lagen faul auf echt deutsch demokratischen Liegestühlen, und in einen weißen Plastikstuhl gezwängt, saß da am Camping Eingang ein übergroßer Stoffteddy.
„Das ist aber ein großer Bär“ sagte ich zum Campingplatzpapa.
Einem beharrten, wohl fast fünfzig jährigen Wesen mittelgroßen Baus, das immer eine Schaufel auf seinem Rücken trug, und das mit seiner lahmen Sprechweise, die etwas an fortschreitende Hinterwaldverblödung erinnerte, eine perfekte Karikatur eines deutschen Michels abgab.
„Das ist Bruno der Bär, wir haben ihm Asyl gewährt“
Oh ja, ich bin in einem Brandenburger Asylbewerberheim gelandet, nur leider gefüllt mit echten Brandenburgern und einem Bären, der ein überbreites Grinsen aufgesetzt hatte.
Wie leid sie mir taten- besonders Papa, dessen labbriges rosa T-Shirt mich an die Altkleiderspende erinnerte. Nein, so was- wie fühlt man sich nur mit diesem Ding, da tropft ja der Schweiß raus.
„Asyl? Das ist aber großzügig von ihnen. Hat er auch schon ein paar Tiere verspeist?“ Ich deutete auf den Camp eigenen Streichelzoo.
„Nein“ er schüttelte bestimmt den Kopf, „Bruno ist ein ganz friedlicher Bär.“
Thomas kam daher, begutachtete den Bären, sah mich, und fragte Papa:
„Was bitte ist das?“ Er zeigte auf den Grinsebären.
„Das ist Bruno der Bär, wir haben ihm Asyl gewährt.“
„Ach wirklich?“ Wir versanken in der Betrachtung des starken Bären.
„Der ist aber ganz schön dick. Hat er schon ein paar der Ziegen gefressen?“
Papa, ganz besonnen:
„Nein, Bruno ist ein ganz friedlicher Bär.“
„Und was frisst so ein...Tier?“
„Die Unterwäsche der Dauercamper“ flüsterte ich.
„Nur gesundes Gemüse“ antwortete Papa.
Ich wusste, bereits, als ich sein hämisches Grinsen das erste mal mitbekam, dass hier eine Feindschaft zwischen uns vorlag. Vorerst, klar, machte ich gute Miene zum bösen Spiel, aber- so wirst du mir nicht davon kommen, Bruno. Ich weiß um dein schreckliches Geheimnis- und, ich werde der Rächer deiner unschuldigen Opfer sein.

Im Laufe unserer Anwesenheit wurden wir nicht wenig bekannt- es ging das Gerücht unter den alt eingesessenen Campern um, dass wir ganz unsittliche Geister wären. So hatten wir uns schon nach zwei Tage etliche Ruhstörungen eingehandelt, eine geknickte Laterne, ein kaputtes Leihfahrrad, süßlicher Duft von verbrannten Grünzeugs, und eben eine Form der Sodomie, die man uns wohl am übelsten nahm- dem Mord am Maskottchen.
Zu bemerken wäre, dass wohl die meisten Unfälle auf meine Wenigkeit zurückzuführen waren, einschließlich dem Vorhaben, einen großen Müllberg aus Dosen, Flaschen und altbackenen Brötchen entstehen zu lassen.
Mein Namenspartner Timor- von mir spaßhaft verächtlich nur Timor II genannt- bemerkte dazu, dass es seitdem auf dem Campingplatz bis zum Himmel stinke. Darum waren die Ordnungsmenschen unserer Gruppe auch ganz eifrig dabei, mich zu tadeln, und gaben mir den Hinweis, dass die Campingmama- richtig, die gleichfalls blöde Frau von Papa- bereits ein Auge auf uns werfe.
Mama hin, Papa her, eines jedoch behielt auch ich noch im Auge, und ich hatte dabei eine Gehilfin, im Doppelpack bereiteten wir uns eines Abends auf die schändliche Tat vor- in dem wir zusammen eine Flasche Ouzo leerten und unserer nüchternen Urteilsfähigkeit beraubt, den Weg zum Campingeingang hinauf liefen.



Ich sagte noch: „Sieh doch, dort sitzt Bruno der Bär“, als meine etwas höher gewachsene Freundin Gerda, im Rausche des Gefechts und mit einem „der dumme, grinsende Bär starrt mir genau auf die Brüste“ auf den Lippen dem Braunen einen tritt in die Genitalien gab.
Puff
„Das hast du nun davon, du dummer Bär“ und ich war stolz und zugleich neidisch auf Gerda, die sich gewagt, was ich mir in meinen wildesten Träumen nur ausgemalt hatte. Das Ding war, natürlich, noch am Leben und es mangelte ihm nur an Worten, seine Wut über uns auszudrücken- hätte er seine animalischen Triebe aktiviert, wäre er samt seinem Versteck für überfütterte Dauersträflinge( ihr wisst schon, die bierbäuchigen Ossicamper) aufgeflogen. Er unterdrückte seinen Ärger, und grinste uns nur weiter frech in die Augen.
Was sollte es. „Du, Gerda. Ich glaube, ich muss mal...“ Sie nickte nur verständig und ging einen Schritt zur Seite.
Ich nahm Anlauf, holte mit meinem rechten Bein aus und trat Bruno, treffsicher und gekonnt- vielleicht sollte ich doch Fußball spielen?- in die... Schamgegend. Er griente noch immer.
„Ich auch noch mal“ und wieder: puff- währenddessen streichelte ich dem Bären brav die Wangen und gab ihm eine Backpfeife.

„So, das genügt“ sagte Gerda schließlich, doch schon im Abgang begriffen, drehte ich mich noch einmal um, und gab dem Bären eine Salve von Eiertritten, dass es nur so krachte- „da, sieh doch“ und Gerda deutete auf seinen Schritt, aus dem kleine weiße Schneeflocken raus fielen“
„Ist er gekommen?“
„Die Nähte, sieh doch, die Nähte sind geplatzt“ Ich wollte gerade noch eine zweideutige Anspielung über die Sexualfunktion der maskulinen Tiere machen, als mir der Ernst der Lage bewusst wurde.
„Er ist tod“ sagte Gerda schließlich und mühte sich vergebens die Wunde zu verdecken, in dem sie das weiße Pappmache in das Loch stopfen suchte.
„Um so besser“ und nachdem wir die Wunde notdürftig geschlossen hatten, machten wir es uns auf einem kleinen Ruderboot bequem.
Wir beschlossen den Abend mit einer Plauderei, während wir im geradezu magischen Vollmondlicht den Alkohol austranken, hin und her geschwenkt wurden im Spiel der Seewellen, und zu einer frühen Stunde endete unser Mordkomplott auf unseren Schlafsäcken.
Der nächste Morgen war die Hölle.
Thomas erwachte als erster, und, indem er in meine verquollenen Augen starrte,: „Was hast du gestern noch gemacht?“
„Naja, ich habe mich mit Gerda betrunken und dann... . Nein, dass erzähl ich dir ein andern mal.“ „Nein, jetzt sag mir schon, was habt ihr gemacht?“
„Ich werde es dir noch sagen“ „hm“, murmelte er und warf mir noch einen verdächtigen Blick zu. Dann verließ er das Zelt und trat in die Morgensonne hinaus.
Ich lag noch eine Weile halbtrunken im Schlafsack, als die Tat an dem braunen Sack, dem man in die Säcke getreten hatte, Furore machte.
Als erstes vernahm ich nur eine leise, quietschende, aber leider eindringlicher werdende Stimme.
Einer unserer Camperinnen verkündete außer Atem: „Jemand hat Bruno den Bären ermordet. Das ganze Camp ist auf den Beinen und beschuldigt uns, den Bären getötet zu haben. Die Campingmama ist stinksauer auf uns und hat gedroht, uns vom Platz zu werfen“
Das Getuschel ging los.
„Psst, was hast du letzte Nacht noch gemacht.“ „Nichts, und du?“ „Auch nichts.“
Einer- gut, Eine konnte sich natürlich nicht zurückhalten, und rief prompt aus:
„Das war bestimmt Timor!“
Ein Junge aus dem Nachbarzelt aber blockte ab: „Timor ist gestern vor mir eingeschlafen, der kann es gar nicht gewesen sein“ Ich musste mir das Lachen verkneifen, und dem unheimlichen Glück dank dem einmaligen Fall einer Namensverwandtschaft huldigen, das mich vor unnötiger Fragerei verschonte.
Timor II: „Nein, Timor lasst mal bitte aus dem Spiel!“
Im Chor: „Wer dann, wer dann. Wenn es Timor nicht war, wer kommt dann in Frage
Thomas stürmte in das Zelt.
„Hast du Bruno den Bären getötet?“
„Nicht so laut“
„Hast du Bruno den Bären getötet?“ flüsterte Thomas leise.
„Gerda hat angefangen!“ gab ich ihm zur Auskunft.
„Sie hat mich gezwungen, kann man sagen. Er hat ihr direkt auf die...“ ich schaute aus dem Zelt, ob jemand lauschte „...Brüste gestarrt!“
„Oh man, ihr macht Sachen“
„So leicht, wie der Bär kaputt geht, ist der sicher made in China“
„Du bist hier in Brandenburg, Timor. Der ist ganz sicher made in GDR!“
„Naja, jetzt haben ihn die Maden“
„Hach, der ist schon wieder wie neu. Eine fleißige Campingmama weiß, wie man Bären flickt.“
Zorn stieg in mir auf.
„Und jetzt?“ fragte Thomas.
„Schweigen!, oder gewisse Leute unserer Reisegruppe machen mit mir genau das gleiche, wie wir mit Bruno“.

Auf den Weg zu den Waschkabinen traf ich auf Papa. Er hatte wie gewohnt eine Schaufel in der Hand(mich hätte es nicht gewundert, wenn sie das Stoffmonster beerdigen würden) und, als ich ihn freundlichst gegrüßt hatte:
„Jemand hat Bruno den Bären ermordet“ warf er mir in einer weinerlichen Stimme vor.
„Mit so einem Messer“ und er malte mit seinen Händen ein 50 cm langes imaginäres Messer in die Luft.
„Wer macht denn so eine abscheuliche Tat?“
„Ja, wenn ich das wüsste. Mit so einem Messer, sage ich dir- SO EIN MESSER“
Ich ließ den armen, verwirrten Mann stehen und ging meines Weges.
Ich traf auf die Mama.
„Guten Tag“
„Guten morgen“
„Geht es dem Bären besser?
„Ich habe ihn genäht. Das war nicht schön von euch“
„Von uns? Wieso von uns? Die meisten in unserer Gruppe sind sogar Vegetarier. Weiß man denn, wie es wirklich war?“
„Ja, schon gut“ und als sie weiter ging hörte ich sie noch sagen: „Mit so einem Messer. So ein Messer“
Die Camper sahen uns alle schief an. Sie schöpften Verdacht, ganz klar. Besonders die dicken, Brust beharrten unter ihnen.
Da war es nun- das Gerücht der Bärenmörder. Es ließ uns die restliche Aufenthaltzeit auf diesem Campingplatz nicht mehr los. Schlimmer noch- es verbreitete sich über die ganze Republik, und jeder verdächtigte jeden.
„Haben sie Bruno ermordet?“
Trauermärsche, Kondolenzbücher, das große Bärengedenken brach nicht ab.
Dann saßen wir im Kreis, ich war ganz unbekümmert, als ein Mädchen unserer Gruppe den Kopf zu mir herüber drehte und die Frage stellte: „Timor- hast du wirklich nicht Bruno ermordet?“

Ich konnte es nicht mehr unterdrücken- ich brauch aus in Gelächter, sah noch, wie sich die Gewitterwolken um mich zusammenzogen, und gestand unter lauter Geschimpfe die schändliche Tat.
1.3.09 22:14


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