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Eine Rose ganz besonderer Art

Ich las es eines Abends in einem Internetforum. Ein kurzer Eintrag, vier Zeilen mit einem Linkverweis auf Wikipedia. Gleich fühlte ich mich angesprochen, suchte in meinem psychischen Pott nach allerlei Erfahrungen diesbezüglich und stellte fest, ja, dass kommt dir sehr bekannt vor. In meinem Hexenkessel neurotischer Veranlagungen wurde mir neben Narzissen, manisch-depressivem Koffein und schizophrenem Kinderblut eine neue Zutat bekannt- die Profilneurose. Sie wächst in einsamen Stunden, wenn die Langeweile und das Minderwertigkeitsgefühl sich wieder ein Stelldichein geben.
Der Forumsbeitrag bezog sich auf das Verhalten mancher User im Net, die dort so richtig die Sau raus lassen, sich also vor anderen profilieren, um sich selber aufzuwerten. Gleich der nächste erwiderte auf diese Verhaltenskritik: „Deine Mudda hat ne Profilnerose“ Bestimmt hat sie eine Solche, ich fragte mich in diesem Moment- hat die nicht jeder? Es hat ja jeder auch irgendwie alles, Einstein schon bezeichnete die Welt als ein einziges Irrenhaus. Und ich, so sitzend und meine Gedanken niederschreibend, gieße sie schon wieder. Ich gebe mich ihrer Zauberkraft hin, die ein „übertriebenes Verhalten in der Öffentlichkeit ausdrückt“, um einerseits auf sich aufmerksam zu machen, und oder um seine Mitmenschen zu stören. In dem ich das Gedanken verlorene Genie mime, weltabgewand ins Leere starre und scheinbar dem Rätsel des Lebens auf der Spur bin. Das Lustige ist ja, dass ich solche Phasen tatsächlich habe- unter dem Einfluss Bewusstseins erweiternder Gedankenströme verliere ich oft das Einfache aus den Augen und dann, wie ein Schnipsen vor dem rechten Ohr erwache ich, meine immer noch geöffneten Lieder sehen auf mich gerichtete Blicke. Statt nun in den „Normalzustand“ zurückzukehren, bediene ich diese verwunderten Blicke noch. Meine Profilneurose möchte sozusagen Wasser haben. Ich vergrößer meine Augenhöhlen, damit in diese noch mehr umstehende Menschen herunterschauen können- vielleicht erblicken sie ja darin dieses kleine zarte Ding. Meine Profilneurose, Meine!
Bewundert sie, hasst sie. Es ist mir auch egal.
17.10.06 08:18
 


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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


hilke (17.10.06 13:14)
wie geil! jaaa! du hast sie! die profilneurose! viele ham sie! ich fuehl mich wohl mit meiner! gruesse, hille


kaffe-ohne-sahne (18.10.06 10:11)
das ist es ja eben- ich fühl mich ganz und gar nicht wohl mit ihr- diese Doppelgesichtigkeit ist es doch, die die Krankheit unserer Gesellschaft ausmacht- ständig spielt man seiner Umwelt eine Rolle vor, egal um sie zu stören oder um sich ihr anzupassen- so, wei man selbst sein will- be your self- ist dadurch wiedermal erschwert, gar unmöglich- nein, unmöglich ist es nicht, die Erkentniss dazu wird leider erschwert.


palettentreter (8.10.07 16:13)
ach ja, die Nabelschau...


palettentreter (30.11.07 21:57)
übrigens... man *ist* nicht immer automatisch das, was man für andere verkörpert. Jeder spielt eine Rolle, und der gesündeste Umgang damit ist es, die Rolle einfach als das zu nehmen, was sie ist: ein Klischeebild im Auge des Betrachters. Damit kann man spielen, umso besser, je mehr man das Klischeebild und den Betrachter versteht, aber all das muss dir nichts darüber sagen, wer oder was du bist.


aaron (10.2.08 22:53)
du bist ein unwahrscheinlich kluger kopf mein freund. ich möchte sagen, es gefällt mir was du so erzählst.


sagmal.. das fusionfestival wird doch hoffentlich wieder ort eines erneuten treffens?

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