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Das Dichten ist manchmal ein Schwieriges, ein Haare Sträubendes zuweilen, welches den, der dieses Handwerk ausführt- mich, den man den Dichter nennt- zum zumindest kurzfristigen Wahnsinn führen kann; Stellt sich beispielsweise im Lauf einer längeren Epoche der Arbeit ein rhythmisches Gefühl zum Schreiben ein- schrieb ich demnach lyrische Prosa, wunderschön möge man meinen, aber anstrengend, weil der Verlauf der Gedanken- des Inhalts- von der Form zum gleichen Teil hervorgebracht wird und dies ein geistiger Kraftakt ist, der dem Stemmen von Gewichten doppelt gleicht: Dem Herausheben empirischer Momente der objektiven Welt durch den „Blick“, die Spekulation über eine sinnvolle Verbindung, die im Geiste ein sich wage abzeichnendes Gebilde bildet, und dann dieses Gebilde gebären, herauspressen durch formbildende Konzentration beim Schreiben- breche ich zu Weilen unter dieser Last zusammen. Die Form, die mir sehr wichtig ist, wird vom alles durchdringenden Versmaß bestimmt, und dieser, in einer Novelle oder dergleichen sich festtretende Versfuß kann nicht einfach, weil der schöpferische Strom versiegt(soll heißen, wenn ich müde bin), abgeschüttelt werden, um sich frei und fröhlich dem Inhalt hinzugeben: die Haare sträuben sich, wie ich am Anfang ja erwähnte, dagegen. Das ist die Tragik des Formgefühls. Sätze wie der über eine objektfixierte Töpferin:
„Nicht das ihre Hände ungeschickt mit dem Werkstoff hantierten, mit der formlosen Masse aus Ton, die, wie der Komponist die Symphonie, sie zur schönsten Gestallt auf der rotierenden Scheibe bringen konnte“ haben etwas befreiendes, sind sie formuliert, brachte man zum Ausdruck, zur „Form“, was eben vage als Möglichkeit in einem lag, und sind gleich dem auch eine Verpflichtung, man steht in einer Schuld des formulierten Gedankens, und diese muss man abtragen, muss bis zum Schlusspunkt die Konzentration halten. Unschwer nachzuvollziehen, dass diese Mühe verzweifelt machen kann, reicht die Kraft an einem Tag nicht aus, das Werk- dass begonnen geworden, um zum Ende gebracht zu werden, hinaus in die Welt geworfen um dort lebendig zu werden- fortzuführen. Ich entscheide mich in solchen Fällen für eine Zwischenlösung, den geistigen Konflikt auszuhalten: Sie heißt Koffer. Ich besitze einen alten, an einigen Stellen beschädigten, rostenden Handkoffer, braun, aus Leder, alt, sagte ich schon- ich denke sehr alt, weil an der besagten Ortsstelle(gesagt in seinem Innenleben als kleines Ettikett mit Name und Adresse) das Haus dieser Firma nicht mehr aufzufinden war. Meine nicht fortgeführten Werke sind also der Zwischenlösung ähnlich, ihre Adresse stimmt nicht mehr, sind Überbleibsel abgebrochener Arbeitsprozesse und werden irgendwann vielleicht von Hobbyphilologen ihrem möglichen Sinn lauschend nachkonstruiert: Was hätte der Autor hier wohl meinen können. Sie landen also im Koffer, den ich eines Morgens, und hier möchte ich bekennen, dass dies wieder eine meiner scheinbar nie enden wollenden Einleitungen war, in meiner rechten Hand trug, um in solcher Verwandlung in die Welt zu treten, auf der Suche nach meinen verlorenen Stoffen und der Heimat des Koffers.
1.3.09 13:12
 


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