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Die Kiste

Wem mag es vergönnt sein, nach etlichen Jahren auf eine alte Kramkiste zu stoßen, vorzugsweise die eigene? Liegt nicht in dieser Wiederbegegnung das ganze Glück der Welt, der verlorene Faden zu den bunt schimmernden Gefilden kindlicher Phantasie - wann war das noch gewesen? Diese Zeit schien ewig gewährt zu haben, Mythos seeliger Vorzeiten, aus denen glücklicher Weise wegen Bruchstücke ins Heute gelangt sein mögen.

Hier steht sie nun, seit wann ich sie anstarre, weiß ich nicht mehr. Und sie hat Patina angesetzt.

Diese Kiste: Sesam öffne dich!

Gib frei deine Schätze, die ich begehre. Nach denen ich mich verzehre. Immer schon.

Wüssten sie als Kind von dieser Erwachsenen Sehnsucht, hätten sie einen Hamstervorrat an Kästchen und Kistchen, Boxen und kleinen Truhen angelegt. In jede eine Welt gesetzt, die sie hofften, einst wiederzufinden, nachdem die große Selbstverdunkelung eingesetzt hat.

Hätte ich die Chance, eine Zeitreise zu machen, würde ich im Damals irgendwo Löcher graben, Kramkisten darin vergraben und diesen Kinderweisheiten beifügen, wie jene -

aber ich habe diese Kiste, die hier vor mir steht, ja noch nicht geöffnet. Sie steht dort, und ruht und schweigt.

Sie schweigt - aber ich kann sie zum Reden bringen. Indem ich sie öffne, aber da - reizt mich schon eine Kleinigkeit und ich muss eine zweifelhafte Ordnung wieder herstellen: blinkende Lichter zum Schweigen bringen, am Strom ergötzen.

Kistlein.

"Wir möchten sie bitten, mit uns zu kommen."

Da lauf ich schon wieder dahin, und meine noch die Kramkiste anzuschauen. Also alles wieder von vorne, sich erinnern, wo war die Kiste, wann habe ich sie zuletzt gesehen?

Da steh ich schon vor einem Freundesgrabe und lege Blümelein dahin. Da steht die Kiste! denke ich mir gedankenverloren (ich weine auch).

Ein Romantiker glaubte jetzt, in ihr das Versprechen des Grabes zu sehen, und ein ganz kleines bisschen, denke ich bei mir, hat er damit auch recht. Ein guter Schlusssatz wäre jetzt:

Ob die Kindheit noch lebt oder tot ist, kann erst dann mit letzter Sicherheit gesagt werden, wenn die Kiste geöffnet wird.
14.3.12 22:27


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Vieles, das sich schreiben lässt

Es gibt vieles, das sich schreiben,

aus der Welt heraus zu schneiden,

Vieles, das sich finden lässt -

und sich neu zusammensetzt.


Trostreich jene Worte sind

für den rechten Augenblick:

Wenn nämlich der Adlerblicke schweifet.


Eine Lust ergreifet dich,

zu bilden, was er dir beschert -

was in Pforten unsrer Augen,

in den Gängen des Gehörs,

in den tränenreichen Stunden

sich gebährt.


Eine Lust zu schaffen breitet sich.

Wir geben uns ganz und lassen nichts zurück.

Bis eine Sorge uns am Ohre krault,

sind wir im Glück.
19.3.12 10:17





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