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Fragment

Die Sonne war heiß- heißt: sie brannte einmal mehr auf meinen Rücken, als mit einer Temperatur, die für ihn vorgesehen: so lag die maximale Temperatur, dass er schön braun werde an den entscheidenden, sichtbaren Stellen, nur bei 25 Grad- bei einer Dauer von vielleicht 2 Stunden.
Ich aber, nachdem ich bis zum späten Nachmittag auf dem Bauch liegend gedöst hatte, überschritt das Limit meines hauteigenen Lichtschutzfaktor um das Vielfache.
Irgendwann, während die Pigmente schon rot vor Scham durch den Anblick der Sonne waren, wechselte ich meine Liegeposition, die Sandform, in die meine Glieder eingedrückt, den schönen Sommertag am Strand überdauert hatten
Auf dem Rücken, plötzlich, der durch den Wechsel in der Horizontalen nun der Unterlegene war, wurden mir die Folgen von zuviel Sonnenbaden ruckartig bewusst, denn schon saß ich aufrecht, einen Aufschrei mit zusammengepresster Lippe unterdrückend.
„Du bist knallrot“ sagte einer, der sich mit mir an den Strand gelegt hatte.
„Hm“, murmelte ich `bejahend´, weil der spontane Schmerzschrei war nicht bereits verschwunden, um einem vernünftig gesprochenen Satz Platz zu machen, sondern quasi sublimiert in eine rote Stirn, Nase, linke und rechte Wange, ergänzte den Sun brandy(leider ohne buntes Schirmchen) mit einem vor Wut verzerrten red head.
„Ich brauch eine Abkühlung“ sagte ich schließlich und lief ins Meer, um den Sonnenbrand zu löschen.
Als ich wieder heraus kam und mich hinsetzte, denn das Liegen und Ruhen konnte ich zunächst vergessen, öffnete sich die Strandszenerie für meine Augen: hatte ich diese eigentümliche Zusammenstellung von realen Elementen, alles das, was, was außerhalb der Imagination in Raum und Zeit war, etwa übersehen?
Mein Dösen hatte mich selbst zum toten Gegenstand gemacht, an sich, aber nicht für sich, der da war, aber dem nicht bewusst war, dass er da war, aber auch dort, von einem anderen Standpunkt aus betrachtet: von meiner Sitzposition war alles da und dort, und alles sah ganz anders aus als in dem Augenblick, dem letzten Augenblick, bevor ich am Morgen eingeschlafen war.
Da hatte sich eine Gruppe vom Zeltplatz zu einer lockeren Runde platziert und spielte „Mensch-ärger-dich nicht“, als ein Wüterich aufsprang und sich lauthals darüber beschwerte, dass gerade er und nicht blau von grün rausgeworfen wurde.
Ältere Kinder(um die 40) bauten Sandburgen mit größter Präzision und Handwerkskunst- mit Messer und Löffel und Schaufel und Eimer belebten sie die Baubranche, bildeten sie ein Weltwunder nach dem anderen nach.
Eine der großen Pyramiden stand gleich neben dem Tower in London und wetteiferte mit der chinesischen Mauer(wahrscheinlich dem Teilstück bei Peking) und dem Koloseum in Rom.
Hier wurde one-world im Ideal und „en miniature“ realisiert.
Henriette und Ingo kuschelten unter einem großen Feldstein, der, mit viel Vorstellungskraft, tatsächlich herzförmig war, wenn auch herzähnlicher dem menschlichen mit Kammer und Pumpe.
Zum Meer hin lag ein weißes Segelbrett, halb auf dem Strand, halb im Wasser, und sprach mich an, beinah wortwörtlich, wenn man die Zeichensprache der Dinge und ihrer Möglichkeiten versteht- Es fragte in etwa
.“Was starrst du mich so an? Möchtest du jetzt Boot fahren oder weiter gelangweilt am Strand liegen? Worauf wartest du eigentlich noch?“
Ich wartete auf eine „göttliche“ Erlaubnis, ein Wink von oben, der das bereits seine in der Zukunft liegenden Arme der Vorfreude nach mir ausstreckende Abenteuer offiziell-, von der höchsten Stelle bescheinigt, legal macht: Zwar hätte ein solches Zeichen die Sonne gewesen sein können, die sich gerade zum Zeitpunkt dieser metaphysischen Gedankengänge zeigte, wohl weil sie aus dem Hintergrund einer Wolke trat- jedoch ließ sich „die Sonne“ genauso wenig personifizieren wie, beispielsweise der Gott oder die Wolke, die ja an ihrer Stelle in Wirklichkeit das Maßgebende war- einzig hätte der Weltlauf noch den Schein einer „hinter der Wolke hervortretenden“ Sonne vermitteln können, doch die subjektive Langsamkeit der Sonnenbahn mochte sich nicht recht als Schablone der Erklärung über das Ereignis schieben- warum es plötzlich heller werde.
Selbst die Wolke konnte nicht mit letzte Sicherheit behauptet werden, als selbst gesehen, da eben dieser Abschnitt des Himmels von einem grünen Sonnenschirm abgedeckt wurde, der zwischen zwei der großen Feldsteine steckte und meinem Körper künstlichen Schatten spendete.

Das war das Zeichen! Ich zog den Schirm aus den anliegenden Steinen heraus und befand mich schon mitten auf dem Wasser, ohne nass zu werden. Der grüne Sonnenschirm steckte in dem Loch, dass für die Segel bestimmt war und knickte am oberen Ende schräg ab.
So entfernte ich mich vom Strand, nahm einen exterritorialen Standpunkt ein und wechselte in die Totale-
Alles war noch da und dort, doch ich war hier und schaukelte leicht im Wellengang.
Noch hatte sich nicht viel geändert: Blau hatte inzwischen gewonnen(rot
ärgerte sich). Henriette ist von Ingo fortgegangen, um eine Brause zu holen, da ihr Mund ganz ausgetrocknet war- Ingo schlief. Und in Ufernähe errichtete eine alttestamentarische Bautruppe die Klagemauer.

Ich ließ mich treiben, denn die Maxime sollte doch lauten, heiter und entspannt zu sein: alle Sorgen warf ich über Bord und genoss wieder die Sonne, die mich kurz zuvor geneckt hatte.
Auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen.
6.1.08 19:02


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Heute, an hiesigem Tage

An hiesigem Tage, heute, lebte ich ruhig, und vergaß fast, dass heute ein hiesiger Tage, der ohne Frage wert ist, benannt zu werden, war.
Da stand ich am Morgen vorm Spiegel,
und sah dann statt mich, ihn,
ohne Hose und Strümpfe, ganz nackt:
Ich fragte- "Wer bist du, oh Wesen, dass weder ich noch hci
zu heißen scheint".
"Ich spiegel die Sorgen am Morgen"
"Warum machst du das?"
"Du traust nicht dem Tage, du traust nur der Nacht, denn dann
schläft die Angst, die dir droht, wenn du morgens erwachst"
"Dann sag ich, verschwinde und geh aus dem Spiegel. Ich
brauch nicht noch einen, der mir meinen Tage verstimmt!"

So ging denn das Wesen und ließ mich in Ruhe,
und kam auch nicht wieder bis morgen;
Denn am morgigen Tage, ab circa 6 Uhr,
steht ein Neuer im Spiegel und lässt mich
an seinem Gesichte die morgigen Sorgen ablesen.
6.1.08 23:30


Wieder einmal ein Bahnhof

Wer einmal schmale Tasche hatte und obendrein noch Zeitnot, inklusive der Notwendigkeit, von a nach b zu kommen, kennt das Gefühl oder eher den Antrieb, noch in letzter Minute sich in eine Vierergruppe einzufragen, um als fünftes Rad am- im Wagen(der deutschen Bahn) mitzufahren. Das schöne Wochenendticket. Der Preis, den man ansonsten zu bezahlen hat, ist mehr als man berappen kann und meist ist die Mitfahrgelegenheit sowieso spendabel, da sie fest for vier eingeplant war- dieses Glück aber verließ mich an jenem Tage(von dem ich gerade berichte), als mich eben jener Antrieb packte auf dem Bahnsteig eines nordeutschen Bahnhofs. Mehrmals wurde ich abgewisen, zurückgewiesen, abgelehnt, war gegenüber einem anderen im Nachteil, hatte Pech, zog den kürzeren oder den Teureren, fand niemanden, der mich aufnehmen wollte und blieb ganz allein, ohne dass noch jemand mir die Ehre erwies, mich zu fragen, ob ich denn auf seinem Ticket mitfahren wollte, da er noch einen Platz frei hatte. Sie da, sie musste in die ganz andere Richtung und ging schon weiter, mit einem Kaffe to go in der Hand und ein Buch von Georg heym in der anderen. Wer nur ein wenig bibliophil ist, etwas von einer Leseratte hat oder aber der Erscheinung einer intelligent wirkenden angetan ist, weiß, wie die Frage unter den Lippen brennt, um welche Lektüre es sich denn handle(obwohl man schon längst den Titel erspäht und die facts and more in seinem neuralen Speicher reaktiviert hat).
"Oh, Georg Heym, von dem habe ich auch schon mal etwas gelesen" Es entstand also zwischen uns ein Gespräch über den Dichter, dass bals zu anderen Themen überging. Wir saßen an der Glaswand zur Fahrkartenverkaufsstelle(DB-Service), und bald erzählte ich ihr von meinen Erlebnissen auf einem Camp am Meer, auf welchem ich zuvor gewesen war.
"Genau, kalt ist das Meer - ich träume davon sehr oft, aber ist man erstmal darin, dann brrrrrrrr"
Nun öffnen sich bei in spiralform verlaufenden Reden selbst Fenster, die als Mehr aufstehen, ohne dass man alle in Satzkonstruktionen ad-hoc gepresst kriegt.
Die Erinnerung betraf auch einen Menschen, der auf dem Camp, wie man so schön sagt- eben, er blieb mir in Erinnerung, stach heraus und hatte mit unserem Gespräch rein gar nichts zu tun. Oh was? Das kenn ich(das deja vue, dass alle verbindet, ein wir stiftet, ohne dass man bedenkt, dass die dejas, schon einmal und immer wieder, es deshalb sind, weil sie gewöhnlich zum Alltag gehören, der selber so universal geworden scheint wie "mir ist langweilig").
Nicht? Na und ob, wo wir gerade dabei sind" ging die automatische Schiebetüre der Bahnhofhalle auf und herein kam...er. Er war auf einmal vor uns, lächelte mich nett an,"na du, schön dich zu sehen" "ja auch" und war einigermaßen überrascht, ihn hier anzutreffen- als dann aber plötzlich meine Gesprächspartnerin sich erhob, ihn an die Hand fasste, und er mir "na, also bis dann, gute Heimfahrt" wünschte, sie küsste, und sie ihn, und sie davon gingen, mich allein an der Glaswand sitzen ließen, war ich...erstaunt. Verdutzt saß ich noch, mit dem Kaffe in der Hand, unbestimmte Gedanken standen entgegen jenen, mit denen ich in unserem Gespräch gerade ansetzen wollte, und aus einem Nebengeschäft kam ein kleines Mädchen, dass eine "Ditsch"(fast food pizza an bahnhöfen) Mütze auf hatte und eine Fahne mit gleichem Firmenlogo- es starrte, gar nicht der lockere Blick eines fröhlichen Kindes, sondern... verrückt, ja, und schwenkte die Fahne, lachte, so wie ich mir die Hexen auf dem Sabat vorstelle, kam auf mich zu, dass ich vor Panik aufstand und beschloss, statt mich noch weiter in diesem Bahnhof aufzuhalten, lieber das fehlende Geld für eine Einzelkarte vom Konto abzuheben und das Weite zu suchen.



Ich kam mir vor, wie bei versteckter Kamera für einen neuen Werbespott- scared chicken.
10.1.08 21:23


11.1.08 00:06


Häschen in der Grube

Ich bin das Häschen in der Grube: wer hilft mir heraus?
Seit Jahren schon such ich den Abhang zu überwinden und herauszukommen aus dem Elend, dem ich den Namen:
Höllenloch gegeben habe.
Doch was dann draußen mich erwartet, davor grauts mir doch ein wenig, denn zu wissen, man sei das Häschen in der Grube, hat als Bedingung diesen schon einmal bewältigten Pfad- ja, oben war ich, und ich blickte heraus, für einen kurzen Moment: Mit Schrecken stellte ich fest, dass außer Wunder noch die anderen Gruben sichtbar wurden, die noch viel tiefer war`n als meine: Durch diesen Schrecken stürzt´ ich ab und fiel hinab, und lag erschöpft auf allen Vieren.

Häschen in der Grube lag da und schlief.


Wann wird wohl der Jäger kommen mit dem Schießgewehr?








Edward Munch- der Schrei
18.1.08 12:04


Sehn Sucht

Sehn sucht, doch findet nicht.
Es schwindet, dicht gereimt,
das hoffende Gesuch.
Staubt als Aktenleiche Berge auf.
Irgendwann, dem Warten müde,
lang ich das Versuch zurück.
Aus der Akte, Stück für Stück
stehn er auf die letzten Rester-
werd verrückt!
Stück für Stück.
20.1.08 19:50


Ein Bilderspiel

Symbole einer Bilderwelt aus Tiefen
Brunnen der Vergangenheit herausgeschöpft-
spiegeln sie darin die Landschaft
ohne Sommeralb und Wintergraun.

Ein Bild vom Schiffchen auf dem reißend Strom,
den Straßenlauf entlang mit großen Kinderaugen
vom Bühnenrand, der Bordsteinkante, angeschaut.

Warum das Schifflein schifft, war da die Frage:
Schiffers Schiff schifft schiffe Schiffe
schiffe Schiffe schifft Schiffers Schiff

Ein Teddybär- der kuschelt mit der Decke unterm Bett.
Und oben auf der hoppe hoppe Reiter mit der Peitsche
schlägt das Pferd.

Wiehrend reißt der Gaul aus allen Zügeln
und stürzt vorwärts und nach oben- auf zur Sonne:
Ohne Sorgen, Lichterfest als zarter Sonnenstrahl
durchs Fenster fällt und beleuchtet bunte Karten mit
Symbolen einer Bilderwelt aus lang vergangnen Tagen.

Pferd und Füchslein, und zu sehen auch
der Teddy "Pommelbär".
Spiel ich dieses Spiel nach Jahren, decke auf der Karten
Bild: Freudig zucken meine Lippen,
und der Augen Licht erglüht.
20.1.08 19:59





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