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Neuanfang

Ich stehe an einem Punkt in meinem Leben, dem man vergleichen kann, mit dem letzten Schritt vor einer großen Klippe. Was ist da unten? Im letzten halben Jahr hatte ich Erlebnisse, Eindrücke und Erkentnisse gesammelt, die mein eigenes Weltbild schwer erschütterten, und mich oft auch eben nah an den Rand des Wahnsinns- der könnte in diesen Abgründen eben auch liegen- gebracht haben. Den Schatz, den ich dabei fand, bestand leider nicht aus Gold, Wein und schönen Frauen, sondern aus freien gedanken, die sich ihren eigenen Weg suchen wollten.
Wer bin ich überhaupt?
Eine Frage, die sich wohl ein jeder irgendwann ein zweites Mal stellen muss. Das erstemal war die Antwort einfach, sie kam nämlich von außen.
Du bist mein Sohn, du bist ein Junge, du bist Arne, du bist Deutscher, du bist du bist du bist.
Wart ihr damit zufrieden, als eure Eigenverantwortung euch bereits in der frühsten Kindheit genommen wurde?
Viele Menschen gehen derart lapidar mit ihrer Umwelt um, und ich zählte mich selbst noch dazu, als ich selbstsicher politische Fragmente wiedergab, like Jukebox formulierte ich zu jeder These eine Antithese, und oft, wenn es zu solcher kam, sah die Synthese dann eher wie ein von schlechten Zimmermännern gewerkeltes Gebäude aus.
Schluss damit.
Ich werde krank von sinnloser Pseudokommunikation, von selbstbewussten Nichtnachdenkern, nicht nachdenkenden Denkern, die denken, sie denken. Von Leuten, die das kindliche Ich konsequent zerstören in ihrem Wahn, das beste zu wollen.

Die zweite Frage in deinem Leben, also wieder die erste, wer bin ich, was ist der Mensch, sie liegt in der Kindheit vergraben.

Ihr müsst lernen, zu verlernen, wie es die Hannah Arendt mal fomulierte, um es, einfach gesagt, mal selbst in die Hand zu nehmen: Euer Leben.

Mein Leben
16.10.06 10:49


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Ballett der Mücke

Es war einer dieser lauwarmen Spätsommer Abende und ich war krass auf Drogen. Auf Kaffee und Schwarztee, von jedem zwei Tassen am Nachmittag. Dann war da noch mein alter Schallplattespieler- mein Abendprogramm lautete diesmal Nussknackersuit. Die Sonne sank, ich trank noch einen kräftigen Schluck und spielte eine Weile, Klavier, mit Murmeln und einer alten Holzpuppe.
Punkt acht Uhr kamen die Mücken- das alte Spiel, weil mir heiß war, stand das Fenster offen bei kreller Festbeleuchtung, die ungebetenen Gäste flogen in Scharen ein und besetzten die weißen Wände, weiß mit rötlich-schwarzen Überresten ihrer Vorgänger. Ich betrachtete einen Moment diesen Galgenhumor der nervigen Biester, die doch vor nichts zurückschreckten-sie machten es sich bequem auf dem Friedhof ihrer Eltern und Großeltern.
Das Puplikum war anwesend und das Konzert konnte beginnen. Ich drückte die schwarze 33- Taste und ließ die Ouvertüre erklingen. Die erste Mücke löste sich von der Decke und ihr grauer Körper und ihr Summen und ihr Flügelschlag passte sich wunderbar dem Takt des Nussknackerballetts an. Das Deckenlicht ließ sie strahlen, ich nahm Anlauf und in einem zierlichem Sprung mit halber Drehung packte ich sie mit meiner Hand. Damit endete die Overtüre. Die aufgeschreckten Schwestern der Toten schwirrten in alle Richtungen im Schneeflockenwalzer, versteckten sich hinter Schränken, auf Bildern, ich warf mich in mein Bett. Ich zog mir mein weißes Laken über den Kopf und hopste im Raum umher. Schneeflöckchen, Schneeflöckchen , Weißröckchen, hüpfte, sprang auf das Klavier und stand nur mit den Zehen auf dem schmalen schwarzen Absatz vor dem Tastenbett. Meine Fußversen schwebten über dem Abgrund. Ich tippelte den Absatz entlang, tippte hier und da auf eine Taste und untermalte so dass Konzert, in der Mitte vor dem kleinen c schob ich meine Füße zusammen und das gesamte Gewicht meines Körpers lastete auf den beiden großen Zehen- Blumenwalzer.
Berauscht sprang ich von Kante zu Kante, mit einem weißen Taschentuch jagte ich die Insekten mit Tanzschritten durch den Raum, balancierte auf Schränken und fand lang vergessene Sachen zwischen verstaubten Bücherrücken- eine alte gepresste Pflanzensammlung. Kurzerhand streifte ich die tote Mücke an meiner Hand in die Pflanztenfolie ab und am Ende des Blumenwalzers stand ich aufgeputscht in der Mitte meines Zimmers und erwartete das Erklingen des Divertissement. In den Rythmen des arabischen(der Kaffee) und des chinesischen Tanzes(Der Tee) trachtete ich noch den letzten Zuhörern nach dem Leben. Im Publikum breitete sich wieder Panik aus und ich konnte noch die letzten Mücken mit fürchterlichen Klatschern gegen die Wände ermorden. Erschöpft sank ich in mein Bett und wollte meinen Sieg genießen. Ich starrte in die Lampe, meine Augen wurden müde und meine Ohren lauschten dem beginnenden Walzerfinale. Langsam und entfernt hörte ich sie wieder- leise, ganz leise erst, die Musik erhöhte ihr Tempo, ich hörte wieder das Surren und Summen, der Walzer strebte den Höhepunkt an und ich sah ihren Körper und den langen Stachel. Im Anmarsch des Trommelwirbels erhob ich mich, streckte meine Hand nach ihr aus und mein weißes Taschentuch glühte förmlich im Licht. Der Paukenschlag, ich landete in den Federn und die Musik wurde langsamer, gemächlich. Ich öffnete das Taschentuch und stellte zu meiner Zufriedenheit fest, das es einen roten Fleck hatte.
Die Vorstellung war zu Ende und mein Schlaf für jene Nacht gesichert.
17.10.06 08:17


Eine Rose ganz besonderer Art

Ich las es eines Abends in einem Internetforum. Ein kurzer Eintrag, vier Zeilen mit einem Linkverweis auf Wikipedia. Gleich fühlte ich mich angesprochen, suchte in meinem psychischen Pott nach allerlei Erfahrungen diesbezüglich und stellte fest, ja, dass kommt dir sehr bekannt vor. In meinem Hexenkessel neurotischer Veranlagungen wurde mir neben Narzissen, manisch-depressivem Koffein und schizophrenem Kinderblut eine neue Zutat bekannt- die Profilneurose. Sie wächst in einsamen Stunden, wenn die Langeweile und das Minderwertigkeitsgefühl sich wieder ein Stelldichein geben.
Der Forumsbeitrag bezog sich auf das Verhalten mancher User im Net, die dort so richtig die Sau raus lassen, sich also vor anderen profilieren, um sich selber aufzuwerten. Gleich der nächste erwiderte auf diese Verhaltenskritik: „Deine Mudda hat ne Profilnerose“ Bestimmt hat sie eine Solche, ich fragte mich in diesem Moment- hat die nicht jeder? Es hat ja jeder auch irgendwie alles, Einstein schon bezeichnete die Welt als ein einziges Irrenhaus. Und ich, so sitzend und meine Gedanken niederschreibend, gieße sie schon wieder. Ich gebe mich ihrer Zauberkraft hin, die ein „übertriebenes Verhalten in der Öffentlichkeit ausdrückt“, um einerseits auf sich aufmerksam zu machen, und oder um seine Mitmenschen zu stören. In dem ich das Gedanken verlorene Genie mime, weltabgewand ins Leere starre und scheinbar dem Rätsel des Lebens auf der Spur bin. Das Lustige ist ja, dass ich solche Phasen tatsächlich habe- unter dem Einfluss Bewusstseins erweiternder Gedankenströme verliere ich oft das Einfache aus den Augen und dann, wie ein Schnipsen vor dem rechten Ohr erwache ich, meine immer noch geöffneten Lieder sehen auf mich gerichtete Blicke. Statt nun in den „Normalzustand“ zurückzukehren, bediene ich diese verwunderten Blicke noch. Meine Profilneurose möchte sozusagen Wasser haben. Ich vergrößer meine Augenhöhlen, damit in diese noch mehr umstehende Menschen herunterschauen können- vielleicht erblicken sie ja darin dieses kleine zarte Ding. Meine Profilneurose, Meine!
Bewundert sie, hasst sie. Es ist mir auch egal.
17.10.06 08:18


Ein Rendevouz mit Pythagoras

Im dritten Stock hatten sie den Mond aufgehängt- er baumelte an der Decke und warf sein milchiges Licht auf die Münder und Augen der jungen Schüler. Einer von ihnen, Hubert, war dagegen abseits der großen Laternen.
Er saß auf einer der Holzbänke im Schulhof und von dort blickte er erwartungsvoll in das Fenster des Flures; Er sah seine Mitschüler, die unter dem großen Lampenschirm umher wuselten. Doch da verschob sich eine Wolke und etwas rechts des Mondes erschien die Sonne wieder und kitzelte seine seine Augen.
Hubert entspannte sich statt im arbeitseifernden Mondlicht in den wohligen Strahlen der Sonne, eine warme Brise umfloss sein Ohr und er begann zu träumen. Wörter spulten sich in seinem Kopf ab. Merksätze wie a² + b³ durchmischten sich mit Gefühlen und Erinnerungen und während er so saß und in Gedanken versunken philosophierte, rauchte Pythagoras neben ihm sein Pfeifchen.
„c²“ sagte der Meister.
Der Rauch seiner Pfeife stieg in den Himmel, teilte sich auf und verflog in drei Richtungen.
„Schöner Tag, mein Junge, nicht?“
Er lehnte sich an einen Papierkorb am Ende der Bank und zwinkerte Hubert zu.
Pythagoras Blick schweifte über den Schulhof- seine Augen blieben an den geraden Formen der Fenster und Türen hängen. Besonders die Dachform des großen Schulgebäudes schien ihn zu interessieren.
„Interessant“ murmelte Pythe und nahm einen tiefen Zug aus seiner Pfeife.
„Ich find’s hässlich!“ erwiderte Hubert.
Pythe nahm einen Stab aus seinem Umhang und zeichnete damit ein Dreieck in den lockeren Sandboden. „Hässlich, so, so“ Nun schrieb er grieschiche Buchstaben in die Ecken und die Seiten des Dreicks markierte er auch noch- a b c !
„Interessant“ murmelte er erneut. Hubert wurde zornig, er stellte seinen Fuß auf die längste Seite des Dreicks und wischte sie weg.
„Was machst du da, Junge“ fragte Pythagoras leicht erregt. Statt zu antworten, ergänzte Hubert die nun fehlende Seite mit einer geschlängelten Linie.
„d“ flüsterte Hubert. Pythagoras bespuckte die Schlangenlinie und zo sie mit seinem Stab gerade.
„c“ rief er erregt. Hubert, leicht belustigt von dem Alten strich einen Teil der Linie weg, so dass das Dreieck geöffnet war.
„Loch“ sagte er fröhlich. Pythe strich das gesamte Werk mit seinem Stab durch. „Solchen Schwachsinn lass ich nicht gelten“ Er grübelte eine Weile.
„Na gut, ich gebe nach“ Er zeichnete einen Kreis. „Loch“ sagte er und deutete darauf mit seinem Stab.
Hubert schüttelte den Kopf. „Kreis!“
„Loch“ rief Pythe erfreut und steckte seinen Kopf hinein. „Kreis“ flüsterte Hubert.
„Loch!“ sagte Pythagoras noch einmal, zwinkerte Hubert zu und verschwand in der Erde.
Hubert guckte noch einen Moment verwundert zu Boden, dann ließ er sich wieder von der Sonne betören.
„Hubert“ Er schaute nach oben. Über ihm hing wie gewohnt der Mond und überlagerte mit seinem Licht wieder Huberts gute Laune.
„Hier, Hubert“ Frau Schneider stand neben ihm, mit dem großen Zeigestock in der Hand und mit einem strengen Blick.
„Die Pause ist vorbei, Hubert. Ab an die Tafel“ Hubert trat an die grüne Tafel heran, wischte dem Schwamm eine Linie des Dreiecks weg und ersetzte sie mit einer Schlangenlinie.
„a² + b² = d²“ rief er zur Klasse, ging zurück zu seiner Bank, stolperte über seine Schnürsenkel und setzte sich wieder, den Kopf auf den Tisch gelegt.
Frau Schneider schüttelte verständnisslos den Kopf.
17.10.06 08:19


Der Kaffee kocht wieder-
und so lange er kocht, kann man ihn leider noch nicht trinken, der Zucker fehlt auch noch. Also geduldet euch bitte einige Zeit, wenn aus meinem Gehirn für euch wieder frische Geschichten und Gedanken sprudeln.
24.10.06 17:12


Versuchen

Ich fluche oft, über nichts und wieder nichts, dahin, so aus der Laune raus heraus- scheiße! Oft nicht mehr, als über ein Missgeschick, oder, noch schlimmer, eine fehlenden Idee- No Inspiration. Die Mauer, zwischen Idee, oder überhaupt zwischen der Möglichkeit von Idee und Idee an sich, un deren Verwandlung in ein Ding mit Form- einem Text, einer Dichtung, ist für mich oft nur schwer zu überwinden. Man nimmt sich vor zu schreiben, denkt aber, um es so richtig fließen zu lassen, benötigt es, wie es áuch im Unterricht heißt, einiger vorbereitender Schritte. Man ersäuft sich in einem Meer kleiner,vielzähliger Aktivitäten, damit der Körper befriedigt ist, um das Gehirn zum Denken frei zu geben. Pseudoaktivität. Man spürt, wie einem die Zeit davonrennt, doch die Mauer will nicht brechen, sie verhält sich wie ein negativer Pol zu einem negativ geladenen Blatt Papier- Nö, jetzt noch nicht.
Wann dann? Man hat ja den ganzen Tag frei, noch frei, Stunde um Stunde, man hat ja am nächsten morgen auch noch frei, kann also ganz in Ruhe in die Nacht arbeiten. Hätteste wohl gern- gegen 11 drängt die Müdigkeit, und mit dem Buch in der Hand, dass man sich als Inspirationsanregung gedacht hat, schläft man ein- Ich ein.
Das, und man lernt nie draus.
30.10.06 12:50





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